Mülltrennung in Deutschland: Welche Müllarten gibt es — und was gehört wohin?
Deutschland trennt Abfälle in klar definierte Kategorien. Wer richtig trennt, sorgt dafür, dass Wertstoffe wiederverwendet werden können — und spart Rohstoffe, Energie und CO₂. Hier findest du alle 14 Müllarten im Überblick, mit dem Wichtigsten zu jeder Kategorie.
Glas
Flaschen und Konservengläser, nach Farben getrennt (weiß/braun/grün). Deckel ab, ausspülen nicht nötig. NICHT hinein: Trinkgläser, Fensterglas, Keramik, Kristallglas — sie haben andere Schmelzpunkte und ruinieren das Recycling.
💡 Glas ist beliebig oft recycelbar — eine Flasche kann unendlich oft neu eingeschmolzen werden.
Altkleider & Schuhe
Tragbare, saubere Kleidung in Container oder Sozialkaufhaus geben; Schuhe paarweise gebündelt. Kaputte Textilien gehören seit 2025 trotzdem in die Sammlung — die EU-Textilrichtlinie verpflichtet zur getrennten Erfassung.
💡 Nur etwa die Hälfte der gesammelten Kleidung ist tragbar; der Rest wird zu Putzlappen oder Dämmstoff.
Papier & Pappe
Zeitungen, Kartons, Schreibpapier, Bücher. Kartons falten! NICHT hinein: beschichtetes Papier (Backpapier, Kassenbons/Thermopapier), stark verschmutzte Pizzakartons, Getränkekartons.
💡 Papierfasern überstehen 5–7 Recycling-Zyklen, bevor sie zu kurz werden.
Leichtverpackungen (Gelber Sack/Tonne)
Kunststoffverpackungen, Dosen, Getränkekartons, Alufolie. Löffelrein reicht — spülen ist nicht nötig. Nicht ineinander stapeln, das stört die Sortieranlagen.
💡 Entscheidend ist die Verpackungseigenschaft: Eine Zahnbürste ist KEINE Verpackung und gehört in den Restmüll.
Abgabestelle für Leichtverpackungen (Gelber Sack/Tonne) finden →
Metall & Schrott
Töpfe, Werkzeug, Fahrradrahmen, Metallregale — alles aus Metall, das keine Verpackung ist, nimmt der Recyclinghof als Schrott an.
💡 Metallrecycling spart bis zu 95 % der Energie gegenüber Neugewinnung (Aluminium).
Elektrogeräte
Alles mit Stecker, Kabel oder Akku: vom Toaster bis zur Waschmaschine. Abgabe am Recyclinghof ist kostenlos (ElektroG). Große Händler und Supermärkte ab 800 m² müssen Kleingeräte zurücknehmen.
💡 Elektroschrott enthält Gold, Silber, Kupfer und Seltene Erden — eine Tonne Handys enthält mehr Gold als eine Tonne Golderz.
Batterien & Akkus
NIEMALS in den Hausmüll — Brandgefahr durch Lithium-Akkus! Rücknahme: jeder Laden, der Batterien verkauft, sowie Recyclinghöfe und Schadstoffsammlungen.
💡 Lithium-Akkus verursachen in Deutschland mehrere tausend Brände pro Jahr in Entsorgungsanlagen.
Leuchtmittel
Energiesparlampen und LED gehören zur Sammelstelle (enthalten Elektronik bzw. Quecksilber). Klassische Glühbirnen und Halogenlampen dürfen in den Restmüll.
💡 Eine Energiesparlampe enthält bis zu 5 mg Quecksilber — deshalb nie in den Glascontainer!
Grünschnitt & Gartenabfälle
Äste, Laub, Rasenschnitt — zum Recyclinghof oder in die Biotonne (kleine Mengen). Illegale Ablagerung im Wald ist kein Kavaliersdelikt: Sie übersäuert Böden und kostet Bußgeld.
💡 Aus Grünschnitt entstehen Kompost und Biogas — ein perfekter Kreislauf.
Bioabfall
Essensreste, Kaffeesatz, Eierschalen, verdorbene Lebensmittel (ohne Verpackung!). NICHT hinein: Plastiktüten — auch keine "kompostierbaren", sie verrotten zu langsam.
💡 Aus einer Biotonne entsteht Strom: Eine Tonne Bioabfall liefert Biogas für etwa 70 kWh.
Holz
Möbelholz, Bretter, Paletten zum Recyclinghof. Behandeltes Holz (lackiert, imprägniert) wird getrennt erfasst und energetisch verwertet.
💡 Altholz wird zu Spanplatten oder klimaneutraler Energie.
Reifen
Altreifen nimmt der Händler bei Neukauf zurück, sonst Recyclinghof (meist gegen Gebühr). Niemals verbrennen oder ablagern.
💡 Aus Altreifen entstehen Fallschutzböden, Sportplätze und Zement-Brennstoff.
Schadstoffe & Sonderabfall
Farben, Lacke, Öle, Chemikalien, Spraydosen mit Restinhalt: zur Schadstoffsammlung oder zum Schadstoffmobil. Niemals in Ausguss oder Restmüll!
💡 Ein Liter Altöl kann eine Million Liter Grundwasser verseuchen.
Restmüll
Alles, was nicht verwertbar ist: Hygieneartikel, Staubsaugerbeutel, kaputtes Geschirr, Zigarettenkippen. Faustregel: Restmüll ist die letzte Option, nicht die bequemste.
💡 Was im Restmüll landet, wird verbrannt — die Wertstoffe darin sind unwiederbringlich verloren.
Häufige Fragen zur Mülltrennung
Muss ich Joghurtbecher spülen?
Nein — „löffelrein" genügt. Die Sortieranlagen kommen mit Restanhaftungen klar; Spülen verschwendet warmes Wasser.
Wohin mit dem Pizzakarton?
Stark verfettete Kartons in den Restmüll, saubere Deckel abtrennen und ins Altpapier.
Was passiert bei falscher Trennung?
Falsch befüllte Tonnen können stehengelassen oder kostenpflichtig als Restmüll abgefahren werden. Wiederholte illegale Entsorgung kostet Bußgeld — je nach Bundesland bis in den vierstelligen Bereich.
Sind „kompostierbare" Plastiktüten erlaubt?
In den meisten Kommunen: nein. Sie verrotten in Kompostieranlagen zu langsam und werden aussortiert. Papiertüten oder Zeitungspapier verwenden.